Imkerei im Naturschutzgroßprojekt Senne
Oft werden unberührte Wälder als Idealbild einer Naturlandschaft betrachtet – doch die menschliche Nutzung von Wäldern wirkt sich nicht zwangsläufig negativ aus. Die Tradition der Hutewälder, in die jahrhundertelang Nutztiere zur Beweidung getrieben wurden, führte zum Beispiel zur Entwicklung wertvoller Kulturlandschaften, in denen sich dichtere und offenere Bereiche abwechseln, sodass die Vielfalt der Lebensräume und somit die Biodiversität steigt. Im Naturschutzgroßprojekt Senne soll ein solches Mosaik unterschiedlicher Habitate wiederhergestellt werden. Die Waldflächen werden daher seit 2011 mit Ponys, Rindern und Ziegen beweidet, deren Verbiss und Tritt gerade die Arten fördern, die im dichten, aufgeforsteten Wald gefährdet sind.
Auch die Bienenhaltung ist eine sinnvolle weitere Nutzung der Waldweideflächen. Seit 2020 stehen einige meiner Völker im Naturschutzgroßprojekt. Da sie dort in Kleingruppen aufgestellt sind, stellen sie keine Konkurrenz zu anderen Bestäubern dar – andere Insektenarten werden also nicht durch sie beeinträchtigt. Zudem haben die kleinen Stände den Vorteil, dass die Bienen weniger anfällig für die Varroamilbe sind: Im Vergleich zu den anderen Völkern sind nur halb so viele Behandlungen notwendig.
Einmal jährlich wird der Honig der NGP-Völker geerntet. Dieser Ganzjahreshonig ist auch für die wissenschaftliche Begleitung des Projektes interessant: Jedes Jahr wird im Labor untersucht, welche Pollenarten darin enthalten sind. Langfristig können daraus Rückschlüsse auf die Entwicklung des Blühpflanzenspektrums im Umfeld der Bienenvölker gezogen werden. Abgesehen davon hat der Honig ein einzigartig kräftiges Aroma, welches jedes Jahr individuell in seinem Geschmack spiegelt. Wenn Sie Interesse haben, diesen außergewöhnlichen Honig zu probieren, können Sie sich gerne über das Kontaktformular an mich wenden.